Was ist Bentonit?

Bentonite sind Tone, die zum größten Teil aus dem Tonmineral Montmorillonit bestehen. Bentonit erhielt seinen Namen von seinem ersten Fundort, Fort Benton, Wyoming (USA). Auch heute befinden sich dort die einzigen abbauwürdigen Vorkommen von natürlichem Natriumbentonit.
Bentonite gehören zu den Dreischichtsilikaten, die auch Smektite genannt werden. Die Tonkristalle bestehen aus einzelnen Schichtpaketen mit einer nicht ausgeglichenen Ladungsverteilung.
Die negative Ladungsverteilung zwischen den Schichtpaketen wird durch Anlagerung von austauschbaren Kationen, meist Kalzium- oder Natriumionen kompensiert. Bei Zutritt von Wasser haben die Ionen das Bestreben zu hydratisieren und damit Wasser zwischen den Schichten einzulagern und durch Ionenaustausch elektrisch zu binden. Dadurch wird der Abstand der Elementarschichten des Minerals vergrößert, was die hohe Quellfähigkeit von Bentoniten verursacht. Dieser Vorgang wird “innerkristallines Quellen” genannt.

Man unterscheidet – auf Grund der eingelagerten Ionen – verschiedene Bentonite:

Für die Bauindustrie interessant sind Kalziumbentonite, Aktivbentonite und natürliche Natriumbentonite.
Kalziumbentonite, die auch in Europa abgebaut werden, finden unter anderem in Form von Stützflüssigkeit im Schlitzwand- und Bohrpfahlbau Verwendung. Auch werden die häufiger vorkommenden Kalziumbentonite durch nachträglichen Ionenaustausch in Natriumbentonite (Aktivbentonite) umgewandelt. Das für die Abdichtung von Bauwerken qualitativ hochwertigste ist das natürliche Natriumbentonit, das 2fach positiv geladene Natriumionen besitzt und wesentlich stabiler ist als Aktivbentonit. Von der Braunfärbung des Bentonits leitet sich auch der Begriff „Braune Wanne“ ab.